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Musik & Mehr


Eine viel zeitaufwändigere Beschäftigung als das Motorradfahren ist die Musik, der ich zugeneigt bin. Für die meisten MTViva Zuschauer ist das natürlich unverständlich wie man sich Musik anhören kann, bei der nicht jedes zweite Wort gesprochen sondern gesungen wird. Aber egal, ich will hier nicht einen Glaubenskrieg vom Zaun brechen. Jeder nach seinem Gusto.

Um euch einen kleinen Überblick über mein musikalisches Spektrum zu verschaffen, folgen nun ein paar Beispielbands:

3 Doors Down30 Seconds to Mars40 GritAA Perfect CircleAerosmithAlien Ant FarmAmplifierAnathemaAndrew W.K.Angel DustAnnihilatorAnthraxApocalypticaArch EnemyArenaAt VanceAudioslaveAudioventAvantasiaAxel Rudi PellAyreonBad ReligionBalance of PowerBlind GuardianBlindsideBlink 182BloodhoundGangBob CatleyBon JoviBrainstormChildren of Bodom Chinchilla Circle II CircleColdCreedCrownD:A:DDark TranquilityDayOffDead Soul TribeDeath AngelDevin TownsendDiamond HeadDie Apokalyptischen ReiterDie KassiererDie Toten HosenDisturbedDonotsDownDream EvilDream TheaterDropkick MurphysEagle-Eye CherryEdguyEidolonEnchantEntombedEvergreyEveronExodusFaith no MoreFates WarningFear FactoryFeederFilterFirewindFoo FightersFreddie Mercury & Montserat CabaléGamma RayGlueciferGrave DiggerHammerfallHarem ScaremHeaven Shall BurnHellfueledHoobastankHundred ReasonsHypocrisyIced EarthIn FlamesIncubusInto EternityIron MaidenJ.B.O.JackylJacob's DreamJimmy Eat WorldJimmy Page & The Black CrowesJohn ArchJon Bon JoviKamelotKatatoniaKillswitch EngageKingdom ComeKornLacuna CoilLast TribeLed ZeppelinLess Than JakeLimp BizkitLost ProphetsMachine HeadMagö deOzManowarMarillionMasterplanMessiah's KissMetallicaMissa MercuriaMob RulesMonster MagnetMotörheadMustaschNevermoreNew American ShameNickelbackNightwishNirvanaNoFXOjo RojoOpethOverkillP.O.D.Pagan's MindPain of SalvationPapa RoachPearl JamPennywisePink FloydPorcupine TreePoverty's no CrimePrimalFearProbotPuddle of MuddPsychotic WaltzPsyogenesisQueenQueensrÿcheRageRancidRaunchyRed Hot Chili PeppersRisingForceSalivaSanctuarySaxonSentencedSevendustShakraSkycladSlayerSoilSoilworkSonata ArcticaSoulflySpace OdysseySpeedwaySpineshankSpiritual BeggarsSpock's BeardStaindStar OneSteel ProphetStrapping Young LadStratovariusSubstyleSum 41SupersuckersSymphony XSymphorceSystem of a DownTad MoroseTapeTenacious DTeslaTheAtarisThe DuskfallThe ExploitedThe Flower KingsThe Goo-Goo DollsThe HellacoptersThe OffspringThe QuillThinLizzyThresholdThunderThunderstoneToolTroubleU2UndertowVanden PlasVelvet RevolverVirtuocityVoivodWarcryWarlordWhile Heaven WeptWIZOZebraheadAlice in ChainsAshBlack MajestyBoxcar RacerBushCoheed and CambriaCrematory   Die HappyEvanescenceGrip Inc.HatebreedIn ExtremoMe First and the Gimme GimmesMeat LoafMetal ChurchMystic ProphecyNocturnal RitesPink Cream 69PlatypusQueens of the Stone AgeSavatageScannerSeetherSeven WitchesShadow GallerySick of it AllSinnerSymphony XTestamentWolf

Das sind nur ein paar Bands, die mir meinen Alltag versüßen. Der "Rest" steht unter der Kontrolle meines Vaters, ist für mich jedoch uneingeschränkt und jederzeit zugänglich

Musiknews & Facts

Momentane CD-Anzahl (laut I-Tunes): 614

             "       Song-Anzahl (laut I-Tunes):  7850

             "       Spielzeit (laut I-Tunes). 24 Tage, 2 Stunden, 25 Minuten und 25 Sekunden


Letztes Konzert:                           Tool am 12.12.06 in Mannheim


Nächstes Konzert:                        Killswitch Engage am 29. Januar in Stuttagrt
                                                       

                                                         Meat Loaf am 14. Juni in Stuttgart                                                      

Konzerte

Tool; 12. Dezember 2006 Maimarkthalle Mannheim
(Einlass: 18:30 Uhr, Beginn: 20:
00 Uhr)

What ever will bewilder me…

Wie schreibt man eine Kritik zu einem Konzert von Musikern, bei denen sich nicht einmal die Kritiker einig sind, ob sie wirklich von dieser Welt stammen? Mit ihren bisherigen Major-Label Alben „Aenima“, „Lateralus“ und dem diesen Jahr erschienen „10,000 Days“ hatte man neue musikalische Wege aufgezeigt, auf denen zuvor noch niemand gewandert war. Musik, die nicht jeder versteht, die einen nach dem erstmaligen Hören total konfus zurück lässt und man sie eigentlich nie wieder hören will. Aber irgendwie merkt man bei diesem ersten Hören auch, dass mehr dahinter steckt als nur eine wirre Anordnung von Riffs, Soli und kryptischen Texten. Man muss an diese Musik anders herangehen, als an die für die heutige Zeit leider normal gewordenen Popstücke von drei Minuten Länge. Hier wird einen etwas zum Nachdenken geboten während man gleichzeitig Gefühle so unheimlich stark komprimiert, dass man Angst hat darin zu ersticken. Oder um es kurz und knapp zu sagen: Tool sind das Mysterium der modernen Rockmusik. Unglaublich komplex, verspielt, verschachtelt und gleichzeitig voller Emotionen, voller Hass und Liebe. Keine Band (und ich meine wirklich keine Band) schafft es derart intensiv zu sein.

Umso größer war meine Vorfreude auf einen dieser seltenen Abende, an denen sich Tool herablassen um dem Rest der Welt mal wieder zu zeigen wie eine Liveshow auszuschauen hat.

Die Vorband „Mastodon“ erfreut sich bei mir zwar auch einiger Beliebtheit, aber konnte ihre Stärken, die auf CD zweifelsohne vorhanden sind, leider nicht auf die Bühne bringen. Der Gesang war zu leise und die Höhen überdeckten den gesamten Klangteppich. Aber trotzdem war es eine Ehre für diese Band den Anheizer für den langersehnten Hauptact zu spielen und dementsprechend war auch der Applaus am Ende des Sets größer als bei den ersten Songs, man freute sich endlich auf die Pause und das danach anstehende Höllenspektakel.

Als dann um viertel Zehn die Lichter ausgingen applaudierte und schrie die komplette Maimarkthalle was die Hände bzw. die Stimmbänder hergaben. Nichtsdestotrotz wurde alles von einem unheimlichen Bass übertönt. Es drückte in der Magengegend und das gut und gerne zwei Minuten lang. Dann enterte die Band die Bühne und wie immer war sich Sänger Maynard James Keenan nicht zu schade um seine exzentrische Seele zu präsentieren. Mit nichts weiter als einer klatschengen blauen Jeans, inklusive übergroßer, silberner Gürtelschnalle und eine Gasmaske mit eingebautem Mikrofon bekleidet stand er seelenruhig in der Mitte der Bühne während seine Kollegen sich langsam in Position brachten. Und dann kam ein Lied mit dem ich bei aller Liebe nicht gerechnet habe: „Stinkfist“. Der Opener des Aenima Albums rockt immer noch ziemlich gut und das Publikum war dementsprechend frenetisch dabei. Und um eins noch zu erwähnen: Die Lautstärke war für ungeübte Ohren eine Qual. Es war eine höllische Soundkulisse und nicht selten hatte ich berechtigte Angst um meine Trommelfelle. Aber nicht, dass jetzt einer denkt der Sound wäre katastrophal übersteuert gewesen, ganz im Gegenteil, jedes Instrument war sauber zu hören und jede kleine Nuance wurde rübergebracht. Einfach nur unglaublich was die Tontechniker und Musiker da geschafft haben. Nach dem eher noch eingängigen „Stinkfist“ (eingängig für Tool Verhältnisse) kam auch schon die zweite Überraschung: „Forty Six & 2“ Wieder ein älterer Song, der abging wie ein Zäpfchen. Einfach nur unbeschreiblich was diese vier Musiker aus ihren Instrumenten herausholen. Nicht ein Halbton wurde an diesem Abend falsch gespielt und nicht eine Kleinigkeit übersehen. Eine Intensivität wie ich sie noch nie zuvor erlebt habe. Und um noch etwas zur Bühnenshow zu sagen: 4 kleinere Leinwände, 3 riesige, runde Lichtanlagen an der Decke (alle frei schwenk und drehbar) und 4 Laserbatterien sorgten für die farbliche Untermalung der Songs. Als bei „Jambi“ zum ersten mal alle 4 Leinwände eingesetzt wurden wurde einem wieder bewusst, warum diese Band den Ruf des absoluten Non-Plus-Ultra des Multimediazeitalters innehat. Maynard tanzte vor den Leinwänden wie eine Fleisch gewordene Maschine, die verzweifelt versucht ihr menschliches Ich nach außen zu kehren.

Es folgten zwei Stunden absoluter Ekstase und jeder Song war eine Reise in eine finstere Welt voller Verzweiflung und Furcht. Und am Ende jeder Reise erfolgte eine Erlösung. Um mal kurz ein paar Songs zu erwähnen, die das Publikum an diesem Abend beglückten: „Lateralus“, „Schism“, „Wings for Marie (Part 1)“, „10,000 Days (Wings Part 2)“, „Vicarious“, „Aenima“, „Rosetta Stoned“.

Und nach gut zwei Stunden war das intensivste Konzerterlebnis meines Lebens wieder vorbei. Überglücklich und immer noch sprachlos ob dieser genialen Musiker werde ich diesen Abend nie mehr vergessen.

Whitesnake; 4. September 2004 Europahalle Karlsruhe
(Einlass: 19:00 Uhr, Beginn: 20:
00 Uhr)


Es gibt kein Bier in Karlsruhe...

Nachdem Whitesnake eine der wenigen Rock-Bands aus den 70ern und 80ern ist, die überlebt hat, wusste ich nicht genau was ich im Vorfeld von diesem Konzert halten sollte.

Durch meine lieben Eltern (besonders meiner Mutter) waren mir einige Stücke vertraut gewesen, doch ob eine Band, deren sechs Mitglieder zusammen ein Alter von 300 Jahren erreichen, noch immer genügend Spritzigkeit und Spielfreude aufbringen kann um die Europahalle in einen Hexenkessel zu verwandeln, wollte ich doch stark bezweifeln.

Abfahrt in Rastatt war um dreiviertel sieben und nachdem ich zuvor in einer diktatorischen Abstimmung zum Fahrer erwählt wurde, war mir schon klar, dass dies ein sehr (er-)nüchternder Abend bleiben sollte. Nach einer halben Stunde Fahrt und Beschallung mit einer von meinem Vater ausgesuchten Musik aus der Urzeit, wollte ich schon wieder nach Hause flüchten. Doch was soll man machen, wenn einem mit Taschengeldkürzung gedroht wird? Eben!

Also rein in die gute Halle, in die übrigens jeder alles hätte reinschmuggeln können, dank der kaum durchgeführten Sicherheitskontrollen. Ein Blick auf den Merchandise-Stand und meine eh schon getrübte Laune erreichte ihren Tiefpunkt. 30 € für ein lächerliches schwarzes T-Shirt mit kleinem Aufdruck. 65 € für ein Pullover. Schluck! Also nichts mit Andenken an dieses Konzert. Was solls, ein Bier (welches mir dann doch gestattet wurde) würde meine Laune wiederherstellen. Also auf zum Catering-Stand. Dort angekommen machte sich meine Ernüchterung noch breiter als zuvor (mich aber leider nicht). Eine Schlange bei der jede ALDI-Filliale neidisch geworden wäre. Doch dann erblickten meine müden Augen eine kaum in Anspruch genommene Tablettschleuder, zu welcher ich mich begab um sie nach einem sakriköstlichen Gerstensaft zu fragen. Ihre Antwort gab mir dann Aufschluss darüber, warum hier niemand anstand. "Bei mir gibts nur nicht-alkoholische Getränke". Meine Hand ballte sich in meiner Tasche langsam zur Faust. Als ich mich umdrehte um mich wieder in die andere Schlange anzustellen, musste ich feststellen, dass diese bereits versuchte einer Anaconda Konkurrenz zu machen. Kurz vor einem Nervenzusammenbruch, raffte ich mich auf um mir dann doch noch eine Cola zu holen. Mehr war an diesem Abend nicht drin.

Zurück zu meinen Eltern. Diese standen sitll vergnügt da. Sie hatten mein kleines Schauspiel beobachtet und sich ins Fäustchen gelacht. Selbst hatten sie nichts zu trinken und nach dieser Reaktion verweigerte ich den Ausschank meines Getränks. Sie saßen also auf dem Trockenen. Denkste! Auf einmal kam ein Freund meines Vaters auf ihn zu und überreichte jedem einen Becher Bier. "Dich hab ich ja heut noch gar nicht gesehen. Hätte ich gewusst, dass du auch hier bist, dann hätte ich dir auch eins mitgebracht." "DANKE!". Nach dieser sehr aufheiternden Bemerkung ging es mir so richtig blendend. Die Sonne schien mir aus dem Arsch.

Aus Frust ließ ich ein 60x100cm Plakat von der Rush-Anniversary Tour, welches die Wand schmückte mitgehen. Jetzt schmückt es meine Zimmertür. Nach einer Stunde des Beine in den Bauch stehens und dem gekonnten Überhören der Vorband (The Tracelords) begaben wir uns in die eigentliche Halle. ca. 8 m von der Bühne entfernt fanden wir einen freien Platz, neben dem keine Alkoholisierten oder Bekifften standen. Um Punkt 21 Uhr ging das Licht aus und das (weibliche) Publikum schrie sich die Seele aus dem Leib. Lauter nette Gesten mit in die Höhe gestreckten Händen, waren auch zu beobachten.

Das Konzert lässt sich kurz und knapp beschreiben: okay! Mehr leider nicht. Die wohl beiden bekanntesten Lieder der Band wurden gespielt (Is this Love & Here I go Again) und der Rest war Standard. Der Sound war okay, wenn auch etwas zu leise für meinen Geschmack. Nach einer Stunde und 46 Minuten war die Show auch schon wieder vorbei und die Fans restlos begeistert. Für mich als nicht-Fan, aber auch nicht abgeneigtem Hörer war es ein durschnittliches Konzerterlebenis, ohne besondere Höhepunkte. Bleibt nur zu hoffen, dass dies nicht mein letzter Gig vor meinem Tod war. Das wäre ein schlechter Abgang.

Mathias Koschker, 5. September 2004

 


Anathema; 4. Februar 2004 Substage Karlsruhe
(Einlass: 19:00 Uhr, Beginn: 19:30 Uh
r)

A Night to Remember...

Setlist:
Balance
Closer
Pressure
Release
Forgotten Hopes
Destiny Is Dead
Are You There
Wings Of God
Inner Silence
Pulled Under
One Last Goodbye
Parisienne Moonlight
A Natural Disaster
Judgement
Panic
Temporary Peace
Flying
----------------------------
Angelica
Sleepless
Albatross (Fleetwood Mac-Cover)
Fragile Dreams
----------------------------
Wish You Were Here (Pink Floyd-Cover)

Was soll ich zu diesem Erlebnis nur alles schreiben, wo soll ich da bloß anfangen? Ich hatte diese band erst ein halbes Jahr vor diesem Konzert "entdeckt". Es war mehr der Zufall der mich

zur Judgement-CD brachte. Man kann diese Art der Musik nur schlecht beschreiben. Man muss sie hören und verstehen um dann verstehen zu können, welche Gefühle Musik transportieren kann. Bedrückend, melancholisch, tiefgehend und trotzdem geht sie einem ins Ohr. Platten wie "Alternative 4", "Judgement", "A Fine Day to Exit" und "A Natural Disaster" gehören in jede CD-Sammlung.

Wie immer herrschte im Substage diese gemütliche und familiäre Affäre, aber aufgrund der leider geringen Besucherzahl war es diesmal nicht so eng und klaustrophobisch wie die male zuvor. Auf die Vorband will ich nicht weiter eingehem, ausser das mich der Gesang der Sängerin nach ner Weile genervt hat. Das Publikum wartete eh auf den Act des Abends und ließ diese Gehörgangsfolterei ganz gelassen über sich ergehen.

Dann ging das Licht aus und das Live-Erlebnis meines kurzen Lebens begann. Schon bei den ersten Takten war klar, dass es sich um "Balance" den Opener vom aktuellen Album "A Natural Disaster" handelte. Nach einer halben Stunde war dann auch endgültig klar, dass sich die Songauswahl des heutigen Abends auf die vier oben genannten Alben beschränken würde. Wenn man weiter in die Vergangenheit der Band schaut, dann wird einem auch klar warum. Gegründet wurde Anathema als eine Death-Metal Band und spätestens ab "Alternative 4" war daraus eine Seelentherapie geworden. Jeder Song ist eine düstere, dunkle Hymne, jeder Ton ist ein Klanggebilde. Und davon gab es an diesem Abend zwei Stunden lang nur das Beste. Ob langsame Songs wie Temporary Peace oder Albatross oder aber sich steigernde und urplötzlich vor Energie zu explodieren scheinende Songs wie Judgement, sie alle wussten auf ganzer Linie zu überzeugen. Und spätestens als bei "Are You There" das erste mal die Gastsängerin die Bühne betrat (die Schwester von Drummer John Douglas Lee), war es eines der intensivsten Musikerlebnise, derer ich je Teil sein durfte.

Nach Flying und dem verlassen der Bühne, wurde die Band lauthals zurückgefordert und sie lies sich auch nicht lange bitten. Und wer bei Fragile Dreams nicht auf Wolke Sieben schwebte, dem war an diesem Abend auch nicht mehr zu helfen.

Die Band verlies das 2. mal die Bühne, doch dem vollends begeisterten Publikum war nicht mehr zu helfen. Dann folgte der Höhepunkt des Abends (meiner Meinung nach). Es kündigte sich schon irgendwie an, als die Cavanagh-Brüder Vincent und Danny nur mit Akkustik-Gitarren bewaffnet die Bühne betraten. Jetzt kam etwas einmaliges. Und so war es auch. Die ersten Akkorde verrieten es dann auch schon dem geneigtem Hörer. Es folgte eine Cover-Version von Pink Floyds Klassiker "Wish You Were Here". Vier kleine Worte, die doch soviel mehr bedeuten können. Unbeschreiblich was zwei Menschen mit ihren Stimmen und ihren Gitarren alles ausrichten können. Es herrschte eine Totenstille im Publikum und beim Refrain wurde lauthals mitgesungen. Nach diesem Jahrhundertereignis, war dann endgültig schluss. Das Publikum wird diesen Abend wohl nie mehr vergessen und gäbe es einen Gott, dann wäre er dort auf der Bühne gestanden.

Mathias Koschker, 9. September 2004


Bang Your Head!!! Festival 2006; 23. & 24. Juni 2006, Messegelände Balingen
(Einlass jeweils 9 Uhr, Beginn 10 Uhr)

machten ihren Namen alle Ehre: In Flames

Ain't no Sunshine? Fuck, no!


Zu meiner persönlichen Vorgeschichte mit diesem Festival möchte ich nicht so viele Worte verlieren. Alle die mich kennen wissen was los war und alle dies nicht wissen…You know where You can find me…

Also fang ich gleich mal mit dem Freitag an…die Wettervorhersage versprach uns das blaue vom Himmel und sie sollte nicht gelogen haben. Abfahrt mit meinen Eltern in Rastatt war um kurz nach halb acht. Proviant für zwei Wochen war mit dabei und ansonsten das aus langjähriger Festivalerfahrung zusammengesuchte Equipment (Mülltüten, Klopapierrollen, Cutter Messer, etc…) Mir war die große Ehre vergönnt die Musik für die Fahrt dieses Jahr auszusuchen und so beschloss ich einen bunten Mix bestehend aus Audioslave’s Selbstbetitelten Debütalbum, dem Social Distortion Klassiker „White Light White Heat White Thrash“, Dredg’ letztem Geniestreich „Catch Without Arms“, Dream Theater’s „Octavarium“ und dem für mich bestem Southern Rock Album der letzten zwanzig Jahre (und soweit ich weiß ihr einziges Album) New American Shame’s gleichnamigem Debüt…

Die Fahrt verlief recht gemütlich und bis auf ein paar Stopp and Goes im Schwabenland lief alles wie geplant. Das Hotel in Hechingen war um kurz vor halb zehn erreicht und nach dem einchecken ging es gleich weiter zum Festival, runde 20 Kilometer entfernt.

Nach dem entrichten der immer teurer werdenden Parkgebühr (dieses Jahr 5 Euronen) ging es auch gleich ab zum Ticketumtausch in die schicken Armbänder. Die obligatorische Sicherheitskontrolle war schnell passiert, da fingen auch schon die Schweden Hellfueled an die Bretter zu besteigen. Mit ihrem Sänger, der sich anhört wie ein Ozzy Osbourne in seinen besten Tagen, und den eingängigen Verse-Chorus Strukturen gelang ihnen ein guter Start in den Tag und so konnte sie sich in die Herzen der zwar noch relativ wenigen, dafür umso euphorischeren Fans spielen.

Mit Communic folgte dann das totale Kontrastprogramm: verschachtelte Songs, kaum Wiederholungen in den Songs bzw. ihren Texten und eine Durchschnittliche Songlänge von 6 bis 9 Minuten. Nichtsdestotrotz gelten die jungen Dänen bei vielen als Nachwuchshoffnung im traditionellen Metal-Bereich. Und dieser Stellung konnte man mehr als gerecht werden. Ein absolut sauberes Spiel aller drei Recken und ein Sänger in Bestform, der selbst die hohen Töne ohne zu schwanken traf. Für mich jedoch unverständlich wie man diese Band so früh am Tag spielen lassen kann. Zwei, drei Slots später und somit eine längere Spielzeit wären für diese Ausnahmemusiker mehr als gerecht gewesen (ich erinnere da nur ungern an Fozzy, der sich aus zweifelhaften Gründen ein sehr hohen Startslot ergattert hatte…)

leider viel zu früh dran: Communic

Wie dem auch sei, danach war für mich der Vormittag in Sachen Bands gelaufen. Soll bedeuten: die nächsten Bands mussten ohne meine Unterstützung ihre Lorbeeren verdienen. Das war der perfekte Zeitpunkt um mit dem Shoppen anzufangen. Nach einem glücklichen Geldzufluss konnte ich mir dann auch einiges mehr leisten als ich dachte…Mit mehreren Bestellungen meiner Freunde im Hinterkopf ging es auf die Jagd nach Andenken, Accessoires und Antiquitäten…Ums kurz zu machen, meine Ausbeute kann sich sehen lassen (wobei ich meinen Eltern noch ein Dank für ihr Sponsoring aussprechen muss): 2 Shirts, 10 Patches für meine Weste, 3 Armbänder, 1 Ring, 1 Geldbeutel,  2 CD’s (Sentenced’ Crimson & Steel Prophets Messiah). 2 Ohrringe als Geschenk und 1 weiteres Shirt als Geschenk. Die nächste Band die auf meiner Liste stand waren Death Angel, die bereits 2004 nach ihrem Comeback mächtig abgeräumt haben. Mit passendem Shirt bekleidet ging es ab in die erste Reihe in der kurz nach Konzertbeginn auch schon der Teufel los war. Das letzte Album wurde mit den 3 Songs 5 Steps of Freedom, Thicker Than Blood und Thrown to the Wolves richtig gut bedacht und auch die alten Klassiker von Ultra-Violence und Act III waren wieder mit von der Partie. Eine sehr starke Show mit einer 1A Performance eines jeden Musikers!

Zur Nachfolgeband muss man wohl keine großen Worte verlieren…Helloween waren in den Achtzigern mit ihren beiden Keeper of the Seven Keys Alben in aller (Metal-)Munde und es kam wie es kommen musste. Die Kreativköpfe, allen voran Ausnahmesänger Michael Kiske und der Gitarrist Kai Hansen verliesen die Band. Soweit ich weiß spielt keiner einziger Kürbiskopf aus der Anfangszeit mehr bei Helloween mit (sie haben sich Mit Gamma Ray und Masterplan erfolgreiche Existenzen eingerichtet), was den Namen der Band aber nicht schmälert. So war es klar, dass man sich vor allem auf das weniger bekannte Material der jetzigen Mannschaft beschränkt und mit „Helloween“ und vor allem „I Want Out“ eroberte man auch die Herzen der alten Fans wieder zurück. „I Want Out“ war, ist und wird immer ein Klassiker der Metalgeschichte sein auf den diese Band immer zurückgreifen kann wenn die Stimmung mal am kippen ist. Am Ende gab es die wohl größte Festivalüberraschung überhaupt: ohne vorheriges Wissen des Publikums wurde Tony Martin angekündigt! Zuerst schaute man sich fragend an, aber als der ehemalige Black Sabbath Fronter wirklich auf der Bühne stand gab es einen Applaussturm von höllischer Lautstärke. Zwar nur ein Lied spielend („Headless Cross“ vom gleichnamigen Album) und danach wieder verschwindend, wurde dieser kurze Auftritt dennoch frenetisch gefeiert. Insgesamt aber muss man sagen, dass es ein guter aber kein mitreißender Auftritt von Helloween war

Mit Foreigner enterte danach die für mich wohl fragwürdigste Band des Billings die Bühne. Klar kennt man ihre Klassiker wie „I Want To Know What Love Is“, „Jukebox Hero“, “Cold as Ice”, “Waiting for a Girl Like You” und dem wohl bekanntesten Song der Bandgeschichte “Urgent” aber würde diese vor einem Metal Publikum bestehen können? Die Antwort ist ein klares JA!!! Ja, ja und nochmals JAAA!!! Diese Band verzaubert einen mit ihrem Klang und lässt einen nicht mehr los. Natürlich klingen Songs live immer etwas härter und drückender als auf eine Studioplatte, aber diese Band hatte es nicht mal nötig hart zu klingen. Mit der Unterstützung einiger Foreigner Fans, die jedes Wort auswendig kennen, wurde es ein einziger Triumphzug für diese Band. Mit einem charismatischen Sänger, der Lou Gramm zwar nicht ersetzen aber durchaus sehr gut imitieren kann und einem Mick Jones in Höchstform, der auf seiner Gitarre zwar ein Feuerwerk nach dem anderen abrennt aber nie etwas anbrennen lässt, gelang es dieser Band sich in die Herzen eines jeden einzelnen Zuschauers zu spielen. Selbst der Härteste Metalfan musste anerkennen, das der Co-Headliner Status mehr als gerechtfertigt war. Am Ende lagen sich gestandene Männder weinend in den Armen, mit der Gewissheit eine Show gesehen zu haben, die es so schnell nicht mehr in Deutschland zu sehen geben wird.

der Mittelpunkt der Band; Foreigner

Für mich folgte danach der Höhepunkt des Festivals schlecht hin: die schwedischen Melodic Death Metaler In Flames! Da ich sie beim ersten Rock Hard Open Air verpasst hatte, freute ich mich jetzt umso mehr auf sie und ich sollte nicht enttäuscht werden.

Und mit einer viertel Stunde Verspätung wurde die Bühne ohne weitere Ankündigung oder Intro gestürmt. Mit „The Quiet Place“, dem wohl schwächsten Song des schwachen „Soundtrack To Your Escape“ Albums legte man einen ungewöhnlichen Start hin. Aber wie das Live nun mal so ist, drücken die Songs ungemein und selbst dieser wurde zu einem wahren Brecher. Umringt von 16 Jährigen Mädels, die ich eher der TH-Fraktion zugeordnet hätte, fühlte ich mich ein wenig deplatziert und kam mir beinahe ein wenig bescheuert beim mitgrölen eines jeden Wortes vor…Aber was will man machen wenn man nicht widerstehen kann…?!?

Zum ersten Mal bekam ich auch einen Stage Diver in die Hände gereicht, der danach aber unfreiwilliger Weise mit dem Boden Bekanntschaft machte. (ich war nicht schuld sondern die kleinen Kinder!!!)

Die Songauswahl hätte sich meiner Meinung auch mehr auf die älteren, in Deutschland beliebteren Alben, gerichtet werden können. Ich kann mit diesen am US-Amerikanischen Markt orientierten Sound weniger anfangen. Aber mit „Leeches“, „Scream“ und dem göttlichen „Come Clarity“ wurden doch recht gute Songs gewählt, wobei ich mir noch den besten Song der neuen Platte „Reflect the Storm“ gewünscht hätte. Mit „Touch of Red“ wurde neben dem Opener ein weiter Song aus dem Soundtrack Album gewählt, der mächtig gedrückt hat. Mit System wurde der wohl beste Song der neuen In Flames gespielt, doch leider blieb es bei diesem einen Song aus dem „Reroute to Remain“ Album. Bei den Anfangsriffs von „Bullet Ride“, „Pinball Map“ und den immer noch arschgeilen Groover „Only for the Weak“ standen mir vor lauter Freude die Haare zu Berge! Einfach nur geil wie hammerhart diese Songs live sind und mit welcher Feinheit die teils doppelläufigen Soli gespielt werden. Kurz vor einem Nervenzusammenbruch holte man die wahren Klassiker aus dem Sack und mit ging förmlich das Herz auf..“Scorn“ von „Colony“ und die beiden Klassiker „Artifacts of the Black Rain“ und vor allem „Behind Space“ waren knüppelhart und pfeilschnell gespielt und wenn man nicht aufpasste konnte man sich das Genick brechen! Einfach nur genial auf welches Repertoire diese Band zurückgreifen kann und wie diese Songs alles andere an die Wand spielen. An Härte und Eingängigkeit nicht mehr zu überbieten! Am Ende war meine Stimme Geschichte und ich um eine unvergessliche Erinnerung reicher!

ließen die Bühne explodieren: In Flames

Die Fahrt zurück zum Hotel verging wie im Flug während in meinem Kopf noch immer dieser Sturm wütete und alle anderen Gedanken unter sich begrub…

Am nächsten Morgen war man wieder ausgeruht und gesättigt nach einem, wie immer, gutem Frühstück im Hotel. Gleich mal fürs nächste Jahr reserviert!

Der zweite Tag war dann schneller vorbei als ich dachte. Unsere schattigen Plätze vom ersten Tag wurden abgesperrt und so war man der brütenden Sonne ohne Schutz ausgeliefert. Der Schweiß glich einer Dusche und der Staub setzte sich in Lungen, Augen und Mund fest. Die Bands dieses Tages waren im Vergleich zum ersten Tag eher enttäuschend. Allein Armored Saint mit Ausnahmesänger John Bush (Anthrax) konnte auf ganzer Linie überzeugen. Aber enttäuscht und verbittert wegen des Schattenmangels und der teuren Festivalpreise für Getränke war die Stimmung in der Familie auf einen Nullpunkt angekommen. Nach einer mehr als höhnischen Durchsage der Verantwortlichen (man solle doch Sonnencreme benutzen) packten wir um 3 unsere Sachen und verliesen das Konzert. Da wir Whitesnake erst letztes Jahr in Karlsruhe gesehen haben und Stratovarius auch nicht mehr das sind was sie mal waren, war ich mir sicher nichts Besonderes verpasst zu haben. Zurück in Rastatt wurde abgerechnet und die Nakenschmerzen und Muskelschmerzen begannen sich zu melden. Aber wieder mal ein Ausflug nach Balingen und Umgebung, der sich mehr als gelohnt hat mit einem eindeutigen Höhepunkt am Freitag Abend!!!

 

BANG YOUR HEAD!!!

Mathias Koschker, 25. Juni 2006

 

Was ihr noch erwarten dürft/könnt/solltet (besser doch nicht):

1. Edguy (Brainstorm) 27.04.2004 LKA Longhorn Stuttgart-Wangen
2. Dio 04.08.2004 Karlsruhe Substage
3. Monster Magnet (Gluecifer & Quill) 23.03.2004 LKA Longhorn Stuttgart-Wangen
4. - 6. Bang Your Head Festival 2002-2004 Messegelände Balingen
7. - 8. Rock Hard Festival 2003, 2004 Amphitheater Gelsenkirchen
9. Rock am Ring 17.-19. Mai 2002 Nürburgring
10. Die Toten Hosen (A) 21.04.2002 Europahalle Karlsruhe
11. AC/DC (Die Toten Hosen) 10.01.2001 Morodrom Hockenheimring
12. Open Air Metal 2000 (Iron Maiden, Slayer, Motörhead. Nashville Pussy, Dream Theater) 08.07.2000 Mannheim Maimarkthalle
13. Metallica (Monster Magnet) 26.05.1999 Berlin Waldbühne
14. The Flower Kings 29.11.2002 Karlsruhe Substage
15. Dream Theater 24.01.2004 Sporthalle Böblingen
16. Manowar (Bludgeon) 08.12.2002 Stadthalle Freiburg
17. Stratovarius (Thunderstone, Symphony X) 20.04.2003 Filharmonie Filderstadt
18. Anthrax 17.06.2003 Substage Karlsruhe
19. Mustasch 20.03.2003 Substage Karlsruhe
20. Rock am See Festival 2003 Bodenseestadion Konstanz
21. Motörhead 07.12.2003 Kongresscentrum B Stuttgart
22. Bang Your Head Festival 2005 Messegelände Balingen
23. Edguy (Dragonfroce & noch eine Band) 17.02.2006 LKA Longhorn Stuttgart-Wangen
24. Nightwish (Tristania) 28.02.2005 Schleyerhalle Stuttgart
25. Die Toten Hosen (Anti-Flag) 11.06.2005 Europahalle Karlsruhe
26. Murgpark Open Air 26.06.2005 Rastatt Murgpark
27. Subway to Sally (support) 15.12.2005 Durlach Festhalle
28. Oceansize (Verdana) 22.02.2006 Substage Karlsruhe



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