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Was ist Sozialarbeit?

Für mich ist es mehr, als nur ein Beruf...es ist eine Lebensaufgabe in meinen Augen. Hier könnte man philosophieren, aber dies überlasse ich letztendlich den Philosophen:-)

Trotzdem ist auch Philosophie ein wesentlicher Bestandteil der SA, welcher man nicht unterschätzen sollte. Aristoteles beeindruckendes Werk "die Nikomachische Ethik" hat für mich einen besonderen Stellenwert bekommen betreffend Freundschaft. Freundschaft, was ist das? Dies liegt zwar im Auge des Betrachters, aber es ist auch das wertvollste in unserem Menschenleben und die Komplexität des Freundschaftsbegriffes sollte man nicht unterschätzen. Wer denkt, SA hat nichts mit Freundschaft zu tun, dieser irrt! Aber hier möchte ich nur eine kleine Anregung geben, die Welt und die darin lebenden Wesen einmal von einer anderen Perspektive zu betrachten uzw. die Welt der Philosophen. Interesse an Aristoteles,Kant und Platon?

Hier ein kleiner Einblick in die Philosophie von Aristoteles

Aristoteles

Im Jahre 384 v. Chr.wurde der griechische Philosoph, Logiker und Naturforscher Aristoteles im makedonischen Stagira in Thrakien, rund 500 Kilometer nördlich von Athen, geboren. Er stammte aus einem wohlhabenden Haus, da sein Vater ein anerkannter Arzt und Naturwissenschaftler war. 367 v. Chr. ging Aristoteles nach Athen um an der Akademie des mittlerweile 61jährigen Platon zu studieren. Dort blieb er 20 Jahre erst als Schüler, dann alsLehrer und Forscher. In dieser Zeit entwickelte er eigene philosophische Denkweisen. Aristoteles verließ die Akademie nach Platons Tode (347 v. Chr.) auf Grund unterschiedlicher Ansichten über die Philosophie. Aristoteles ging nach Assos, einer Stadt in Kleinasien. In dieser Stadt gründete er mit anderen Mitgliedern der Akademie eine Art Filiale der Platonischen Schule. Er blieb 3 Jahre in Assos und heiratete Pythias, mit der er eine gleichnamige Tochter hatte. Aristoteles bekam mit dieser Frau einen Sohn, namens Nikomachos, wobei er die Nikomachische Ethik seinem Sohn widmete. Aristoteles war zudem Erzieher von Alexander des Großen. Nachdem Alexander der Große den Thron bestiegen hatte, kehrte Aristoteles 355 v. Chr. nach Athen zurück. In Athen gründete er eine Schule, die auch Wanderschule genannt wurde, da die Gespräche zwischen Schülern häufig bei Spaziergängen statt gefunden haben. An dieser Schule hielt er Vorlesungen und widmete sich der Forschung. 323 v. Chr. kehrte Aristoteles nach Chalkis auf Euböa zurück. Im Haus seiner Mutter starb er 322. v. Chr.

Aristoteles unterteilt die Tugenden (arete) in zwei Arten, nämlich in Verstandestugenden (dianoetike) und in ethische Tugenden (ethike). Die Verstandestugenden werden durch Belehrung erworben und die ethischen durch Gewöhnung. Daraus ergibt sich für Aristoteles auch, dass keine der sittlichen Tugenden uns von Natur aus zuteil werden, da nichts Natürliches durch Gewöhnung verändert werden kann, denn der Fußball fällt, wenn man ihn in die Luft wirft immer auf den Boden, man kann ihn daher nicht an etwas gewöhnen. Die ethischen Tugenden so sagt Aristoteles, sollen den Menschen in die Lage versetzen zwischen zwei Polen bzw. Extremen (Übermaß und Mangel) den mittleren Weg frei zu wählen, denn die Tugend besteht im wesentlichen im rechten Maß oder auch in der goldenen Mitte. Die ethischen Tugenden bestehen daher in der richtigen Steuerung des vernunftwidrigen (irrationalen) triebhaften Teils der Seele. Zudem teilt Aristoteles die menschliche Seele in einen vernunftlosen (vegetativen Seelenteil) und in einen vernunftbegabten Teil (animalischer Teil). Der animalische Teil der Seele ist zum Teil von der Vernunft steuerbar. Die ethischen Tugenden sind auch eng verbunden mit Lust und Schmerz. Aristoteles erklärt dies so, dass der Mensch eher nach der Lust sucht als nach dem Schmerz, denn dies sei eine natürliche Verhaltensweise des Menschen. Durch Erziehung kann man diesem aber entgegenwirken z.B. in der Kindheit und aus diesem Grunde ist er auch für die Züchtigung „Sie sind gleichsam ein Heilverfahren; die Heilung eines Übels aber pflegt von seinem Gegenteil auszugehen“. Die ethischen Tugenden qualifizieren zu einem guten Handeln, man muss sie schließlich nur einüben. Die Tugend ist somit ein Habitus, d.h. eine bestimmte bleibende Disposition auf die Affekte (Begierde, Zorn, Liebe, Mitleid…) und deren Vermögen bzw. was uns z.B. befähigt Liebe, Begierde, Mitleid usw. zu empfinden. Der Habitus ist folglich das, was macht, dass wir uns richtig verhalten und durch den wir das rechte Maß finden.

 Freundschaft

 

 

Die Freundschaftsarten unterscheiden sich in den drei Arten von Liebenswert. Zum einen gibt es die Freundschaft auf der Nutzenbasis, denn diese Menschen lieben sich aufgrund des erstrebten Vorteils. Aristoteles erwähnt hier die alten Menschen, die häufig von dieser Freundschaftsart gebrauch machen. Die Freundschaft basierend auf der Lust, folgert nicht daraus, dass man die Charaktereigenschaften des Freundes/Partners liebt, sondern weil man ihn unterhaltsam findet, vor allem Jugendliche neigen zu der Lustfreundschaft. In beiden Fällen beruht die Freundschaft aber nicht auf den Partner, weil er so ist wie er ist, sondern eben auf Lust oder Nutzen, daher werden sie auch akzidentelle Freundschaften genannt. Diese Freundschaftsarten sind nach Aristoteles nicht von Dauer, denn fällt die Lust oder der Nutzen weg, so ist auch die Freundschaft beendet. Aber die Dauer der Freundschaft kann anhalten, denn man kann sich im Laufe der Zeit anpassen und Wesensgleich werden, dies gilt aber nur auf der Basis der Lust, denn die Nutzenfreundschaft ist nicht langlebig. Die dritte Freundschaftsart ist die der vollkommenen Freundschaft, vorbehalten den Menschen, die tugendhaft sind und sich ähneln. Hier liebt jeder des anderen Charakters. Die Freundschaft dauert so lange wie sie tugendhaft sind (Tugendhaftigkeit ist beständig). Beide haben einander ein Nutzen und beide haben Freude/Lust an dem anderen seiner Handlung, denn tugendhafte Menschen haben die gleiche oder ähnliche Handlung. Bei dieser Freundschaft, die sehr selten vorkommt und es der Gewohnheit des Zusammenlebens benötigt, sind das Wertvolle und das Lustvolle an sich gleich und dies ist liebenswert im höchsten Sinne. Die Verleumdung hält jedoch nur bei der Vollkommenen Freundschaft stand, die anderen würden sich ab diesem Zeitpunkt der Verleumdung in Störungen der Freundschaft begeben und Konflikte wären vorprogrammiert. Aristoteles erwähnt besonders, dass auch minderwertige Menschen Freunde haben können mit tugendhaften Menschen, nur ist hier das Fundament der Freundschaft zu beachten. Der Tugendhafte kann jedoch nicht mit einem befreundet sein, der über ihm steht, da er ihm untergestellt wäre und somit kein Gleichnis vorhanden wäre, was schließlich die vollkommene Freundschaft charakterisiert. Freundschaften die jedoch aufgrund von Überlegenheit charakterisiert sind, können einander ein Gleichnis haben, aber nur wenn die Proportionalität der Zuneigung in eine andere Würdigkeit gegeben ist (Frau und Mann).

Die Freundschaft und die Wesensmerkmale der Freunde scheinen aus dem Verhältnis zu dem Menschen zu sich selbst zu stammen

Nach Aristoteles gilt als Freund wer a) dem Freunde um des Freundes willen gutes wünscht und welches als Gut erscheint und b) wer das Dasein und das Leben des Freundes um des Freundes willen wünscht und c) der das Leben mit uns teilt  und d) der sich so entscheidet, wie wir uns entscheiden würden und e) der Leid und Freude mit uns teilt. Das Verhältnis zu sich selbst ist bei jedem Menschen durch diese Merkmale charakterisiert, so weit er ein guter Mensch ist.

Der Tugendhafte gilt hier nach Aristoteles als Maß aller Dinge, denn bezogen auf d) ist er mit sich selbst im Reinen und wünscht sich das Gute um seines Selbstwillen, so wünscht er sich auch b) die Erhaltung seines Lebens, denn das Dasein hat für ihn einen Wert. Der Tugendhafte wünscht sich zudem c) eine dauernde Lebensgemeinschaft mit sich selbst und e) Schmerz und Trauer sowie Freude empfindet er vor allem in der Gemeinschaft mit sich selbst. Er ist beständig und wechselt nicht zwischen angenehm und unangenehm. Bei dem Tugendhaften finden sich daher diese Merkmale und daher verhält er sich zu seinem Freund wie er zu sich selbst. Freunde gelten daher als Freunde wo sich diese Merkmale finden. Bei den Minderwertigen Menschen sieht es jedoch anders aus, denn wie können sie Freundschaft haben, wenn sie sich selbst nicht lieben, d.h. mit sich im Unreinen sind? Menschen die nicht die Erhaltung ihres Lebens für sich selbst wünschen und Selbstmord verüben oder keine Freude und Leid empfinden, wenn sie mit sich alleine sind. Diese minderwertigen Menschen meiden sich selbst und suchen die Gemeinschaft, denn sind sie mit sich alleine, so kommen ihnen Gedanken/Vorahnungen/Erinnerungen die von Schlechtigkeit geprägt sind. Nach Aristoteles können diese Menschen die voller Komplexe stecken der Schlechtigkeit aus dem Weg gehen und versuchen ein guter Mensch zu werden. Diese Menschen können die Tugend erwerben, indem sie versuchen ein guter Mensch zu werden und sind sie mit sich selbst Freund, so können sie ein Freund werden zu einem anderen Menschen.

 

 

 

 ... Vielleicht konnte ich jetzt ein wenig Interesse bei dir/euch wecken.

Je ne pense donc je suis :-)

 



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