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Alpenüberquerung 2009

Am 13.02.2009 erreichte mich mittags ein Anruf meines Ballöner-Kollegen Eugen Wallesch.

Er teilte mir mit, dass Hans Kordel eine Alpenüberquerung mit uns machen wollte.

Da die Abfahrt bereits am nächsten Morgen sein sollte, hatten wir noch alle Hände voll zu tun.

Ich für meinem teil habe keine 5 Minuten nachgedacht und mich die nächsten 3 Tage in meiner Firma abgemeldet.

Und die Chance, mit Hans eine Ballonfahrt über die Alpen zu machen, wollte ich mir auf gar keinen Fall entgehen lassen.

Also trafen wir uns: Das waren im einzelnen Hans Kordel und seine Frau Irene, Eugen Wallesch und seine Renate und mein Freund und Verfolger Christian Schmitz und natürlich ich.

Alles wurde in Ruhe in Bus und Anhänger gepackt, die Ballonausrüstung überprüft und so konnten wir gegen 10.00 Uhr das Firmengelände der Firma Schroeder - Fire Balloons in Richtung Bad Wiessee, am Tegernsee verlassen.

Und was macht ein Meister seines Fachs, während einer ca. 8 stündigen Autofahrt? Ganz einfach: Wetter, Wetter und nochmals Wetter.

Hans hatte wirklich alle im Internet zur Verfügung stehenden Wettermodelle abgefragt.

Einen besonderen Dank möchten wir hiermit auch an Mètèo Luxembourg richten, denn dort wurde mit einer Selbstverständlichkeit eine Wetterberatung gemacht, die ihresgleichen sucht.

Auf alle Fragen, die Hans hatte und das waren viele, wurde uns freundlich und  kompetent geantwortet. Also ein herzliches Mercì nach Luxembourg.

Am Tegernsee in Bad Wiessee war Dank Michael Unger alles bestens vorbereitet. Die Zimmer waren gebucht und der Startplatz ausgesucht.

So konnten wir abends ganz realaxt im Hotel einchecken. Vor dem ausgiebigen Abendessen wurde wieder eifrig Wetter gemacht. Wir alle kamen zu der Erkenntnis, dass wir den Startplatz weiter östlich festlegen mussten. Daran hatte aber ein erfahrener Ballon-Pilot wie Michi Unger natürlich auch schon gedacht.

Er besuchte uns später noch im Hotel und teilte uns alle Neuigkeiten mit.

Am nächsten Morgen hatte Bernhard Kaiser, der Chef des Hotel Askania, uns um 5.30 Uhr ein wunderbares Frühstücksbüffet aufgebaut, danke nochmals dafür.

So konnten wir pünktlich um 6.00 Uhr in Richtung Bad Feilnbach zu unserem Startplatz aufbrechen.

Der Startplatz war perfekt gewählt.                                                                                                                

Wir packten den Ballon von Hans aus, ganz klar einen Schroeder – Fire Balloon. Die Hülle, von außen Hellblau Metallic und 4250 m³ groß.

Diesen Super Ballon, ich nenne ihn ab jetzt "Blue Power " ist von den Heizperioden her ganz anders zu fahren als ein konventioneller Ballonstoff. Der Gasverbrauch, ganz deutlich niedriger als bei einem "normalen" Ballon. So ein Stöffchen ist das Non plus Ultra.
Der Ballon reagiert empfindlicher, soll heißen, man überheizt die Hülle sehr schnell. Hat man sich aber erst einmal daran gewöhnt, macht es einfach richtig Spaß diese Hülle zu fahren.

Am Rande des Wendelsteins, bei wunderbarem Wetter, stiegen alle 8 Ballons gegen 9.30 Uhr in die Lüfte. Um beim Start Kollisionen zu vermeiden, hatten wir abgemacht, dass unsere Anfangssteigrate genau 1,5 m/s betragen sollte. Kurze Zeit später erhöhten wir auf 2,5m/s.

Austria Control (Innsbruck) erteilte uns die erste Freigabe bis auf FL 125. Padua Control erteilte uns dann die Freigabe auf FL 165.

Die 16500 Ft hatten wir auch dringend nötig, da unsere Geschwindigkeit in den unteren Höhen viel zu niedrig war. In der Spitze betrug unsere Reisegeschwindigkeit ca. 95 Km/h.  

Die Durchschnittsgeschwindigkeit war aber viel niedriger, bei 75 – 80 Km/h. Damit konnten wir aber leben.

Was uns ein wenig Sorgen bereitete, war der Kurs. Dieser hatte zwischenzeitlich von 205 ° auf 213 ° gedreht, so dass wir in Italien Gefahr liefen, in die Sperrzone (Sektor Alpha) einzufahren.

Da so etwas auf keinen Fall passieren darf, war Padua Control so freundlich, uns einige Korrekturen bezüglich der Höhe machen zu lassen.

Diese brachten aber auch nicht wirklich viel. Schließlich gelang es uns aber doch, zwischen dem Gardasee und dem Lago d` Idro einen Kurs von 204 ° in ca. 16700 Ft zu halten.

Bei herrlichem Wetter in Italien konnten wir uns erlauben, über eine Stunde ein geeignetes Landegelände zu suchen.

Padua Control und Garda APP erwiesen sich als freundliche und kompetente Controller,die uns wirklich alle Freiheiten ließen.Na gut, ein kleines Problem gab es doch, Garda APP meldete, daß unser neuer Transponder nicht mehr senden würde. Die Anzeige des Transponder war aber einwandfrei. Wir hatten ja noch ein Reservegerät. Auch dieses Gerät sollte laut Garda APP nicht senden. Das Problem hatte sich nach kurzer Zeit gefunden. Garda meldete einen Ausfall seiner eigenen Anlage.

Gegen 14.30 Uhr, also nach fast 5 Stunden landeten wir sanft ca. 30 Km südlich von Brescia in einem trockenen und abgemähten Maisfeld.

Und ob man es glaubt oder nicht, Blue Power hätte uns noch weitere 3 - 4 Stunden durch die Lüfte tragen können. Hätte der Wind uns weiter östlich schweben lassen, wette ich das wir weiter gefahren wären. Denn Gas hatten wir noch jede Menge an Bord.

Nachdem Hans alle Ballone telefonisch erreicht hatte und sichergestellt war, dass alle gelandet waren, wurde der Flugplan in Villa Franca geschlossen.Bert Reichart schloss ebenfalls den Flugplan in München.

Schon 1 Stunde später traf unsere tolle Verfolgercrew ein. Vielen Dank an Irene, Renate und Christian. Ohne Euch wäre diese wunderschöne Ballonfahrt nicht möglich gewesen.

Nachdem alles verpackt war, fuhren wir 250 Km zurück nach Südtirol und übernachteten in einem schönen Hotel in Klausen.

Ein gutes Abendessen mit dem Ballonteam von Markus Pieper und dem Team von Dieter Jurkat rundete die ganze Sache ab.

Auf der Rückfahrt wurde dank, Christian und Eugen viel gelacht und nach etwa 10 Stunden Fahrt erreichten wir unsere Heimat.

Zuletzt möchten wir einem Menschen danken, der für uns einen ganz besonderen Eindruck hinterlassen hat.

Lieber Hans, diese Alpenüberquerung war für uns etwas ganz besonderes. Für uns  war es eine Ehre, mit so einem erfahrenen und liebenswerten Menschen im Ballonkorb stehen zu dürfen.

Zudem haben wir sehr viel dazulernen können.

Danke an Michi Unger und Bert Reichart, die für uns eine Menge an Vorbereitungsarbeiten leisteten.

Man sollte auch Denjenigen Menschen danken, die sehr oft als unfreundlich und überheblich dargestellt werden, nämlich den Controllern aus Innsbruck, Padua und Garda APP. Sind wir doch mal ehrlich, viele Ballonfahrer die eine Alpenüberquerung machen, halten sich einfach nicht an Richtlinien die nun einmal für die Luftfahrt gelten. Diese Leute hatten trotz regem Funkverkehr immer ein offenes Ohr für uns Ballonfahrer und erteilten für jede gewünschte Höhe sofort die Freigabe.

Diesen Bericht möchten wir zudem nutzen, den Mitarbeitern der Firma Schroeder – Fire Balloons zu danken. Hier wird, und sei das Problem auch noch so groß, direkt und ohne Umwege geholfen.

Jörg Zwilling und Eugen Wallesch

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Hier gehts zum Bericht von Hans Kordel (unter Bella Italia)